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Der Park ist frei!

Neues aus dem Tollense Lebenspark – Stand Februar 2015

von Aman

Ende gut, alles gut – schön wär’s, wenn man dies über das Gemeinschaftsprojekt Tollense Lebenspark und dessen Zukunft sagen könnte. Der Park ist nach langem Gezerre zwischen den Brüdern Christoph und Bernhard Wallner und dem Alteigentümer zwar nun wieder frei, befindet sich aber momentan in einem tiefen Winterschlaf. Nur Herbert, Cosmo, Eva, Rudolph, Stefan und Johanna leben zur Zeit noch im und am Park. Eine Gemeinschaft sind sie nicht.

Es gibt zur Zeit keinen Geschäftsbetrieb, Wasser, Strom und Heizung sind größtenteils abgestellt. Der Alteigentümer bietet das Grundstück erneut zum Kauf an.

Aktueller Stand – die Entwicklung im Jahr 2014-2015:
Eine Zwangsversteigerung im Frühjahr 2014, die durch die GLS-Bank in Bochum aufgrund ausbleibender Kreditrückzahlungen initiiert wurde, konnte durch die Investorin Gabriele Wahl-Multerer mittels minimal verzinstem Kredit an den Alteigentümer verhindert werden. Dieser löste mit diesem auf ein Jahr Laufzeit begrenzten Darlehen sämtliche Verbindlichkeiten, die auf dem Grundstück lasteten, ab. Dies waren alle Kredite der beteiligten Banken, unbezahlte Grundsteuer und Versicherungsbeiträge. Frau Wahl-Multerer erhielt im Gegenzug ein Grundpfandrecht und eine Kaufoption, die im Frühjahr 2015 ausläuft. Auch gründete sie die „Park am See GmbH“, die 45 Prozent der geplanten Investitionskosten in Höhe von drei Millionen Euro an Fördermitteln zur Sanierung des Seminar- und Tagungsareals beantragte und auch bewilligt bekam. Der Wert des 64 ha großen Grundstückes inklusive der zwanzig Gebäude wird laut eines Gutachtens mit 2,5 Millionen Euro bewertet.

Im Frühjahr 2014 stellte das Finanzamt Waren einen Antrag auf Insolvenzeröffnung über das Vermögen der Tollense GmbH & Co. KG. Im Herbst eröffnete das Amtsgericht Neubrandenburg aufgrund des Gutachtens von RA Frau Müller in Templin die Insolvenz und bestellte Frau Müller auch zur
Insolvenzverwalterin.

Zeitgleich brachte der Alteigentümer eine Räumungsklage gegen die Käuferin des Parks, die Tollense GmbH & Co. KG (Geschäftsführer Christoph Wallner, zur Zeit in Privatinsolvenz) und gegen die Betreiberfirma, die Lebenspark GmbH & Co. KG (Geschäftsführer Bernhard Wallner, zur Zeit ebenfalls in Privatinsolvenz), auf den Weg. Nach zwei zähen Gerichtsverhandlungen und fehlender Kooperationsbereitschaft der beiden Geschäftsführer entschied im Herbst 2014 der zuständige Richter am Landgericht Neubrandenburg für eine Räumung des Parks. Gegen dieses Urteil erhob Bernhard Wallner Widerspruch und blockierte somit weiter das Parkgelände und einen Neubeginn. Durch Fristversäumnis an Weihnachten 2014 lief dieser Widerspruch jedoch ins Leere und das Räumungsurteil ging in die Vollstreckung. Dem kamen die Brüder Wallner und die verbliebenen Bewohner aus deren Umfeld zuvor, indem sie bis Mitte Januar freiwillig das Gelände verließen – nicht ohne nahezu alle beweglichen Wirtschaftsgüter mitzunehmen.

Was ist mit der Lebenspark GmbH & Co. KG?
Auch die Gläubiger der Betreiberfirma, der Lebenspark GmbH & Co. KG, werden in letzter Konsequenz ein zweites Insolvenzverfahren einleiten müssen, (das erste Insolvenzverfahren auf Antrag des Finanzamtes Waren wurde durch Zahlung der Schulden abgewendet) um herauszufinden, wo die jahrelangen Einnahmen aus dem Seminarbetrieb wirklich geblieben sind. Die Lebenspark GmbH & Co. KG als Pächter der Gebäude hat aufgrund einer Mietminderung von 95 Prozent so gut wie keine Pacht an die Eigentümerin, die Tollense GmbH & Co. KG bezahlt. Auch ein Darlehen von 86.000,- Euro der Tollense GmbH & Co. KG. an die Lebenspark GmbH & Co. KG wurde bis heute nicht zurückbezahlt, mitunter ein Darlehen der Lebenspark GmbH & Co. KG an Christoph Wallner in Höhe von 86.000,- € (?!) ebenfalls nicht zurück bezahlt wurde und Christoph Wallner sich in Privatinsolvenz befindet.

Was ist mit den Bürgen? Die Bürgen des noch vakanten GLS-Bürgschaftsdarlehens in Höhe von 298.000 Euro werden wohl doch noch durch die GLS-Bank in die Pflicht genommen, wenn die Verhandlungen am 10. Februar zwischen Bürgenvertretern und der GLS-Bank hinsichtlich eines annehmbaren Kompromisses scheitern sollten. Wir werden die Bürgen hierzu gesondert informieren.

Was ist mit den Darlehensgebern?
Die meisten Darlehensgeber werden leider auf ihren Darlehensforderungen sitzen bleiben. Einerseits, weil das Insolvenzverfahren über die Tollense GmbH & Co. KG keine nennenswerte Masse hervorbringen wird und, wen wundert es noch, die Insolvenzverwalter viele der Forderungen der Darlehensgeber aus formalen Gründen nicht anerkennen.

Verpasste Chance – Genossenschaft:
Traurig ist die Tatsache, dass eine Initiative damaliger Gemeinschaftsmitglieder und Darlehensgeber im Jahr 2011 den Versuch unternahm, die Finanzierung und das Projekt Tollense Lebenspark über die Gründung einer Genossenschaft zu retten, aber an unlauteren Einzelinteressen scheiterten. Nicht ohne Grund, wie wir heute wissen, denn Transparenz, eine der Tugenden einer Genossenschaft, war nicht erwünscht.

Es hat nicht viel gefehlt und das Projekt hätte durch die Übernahme in eine Genossenschaft fortgeführt werden können, denn die Satzung stand und nahezu alle damaligen Gemeinschaftsmitglieder waren bereit im Sinne eines Neuanfangs zu handeln. Bis auf Bernhard Wallner, der, wie wir heute wissen, nie wirklich eine Genossenschaft wollte und die Genossenschaftsgründung schließlich zu Fall brachte. Auch Christoph Wallner trägt eine große Mitverantwortung am Scheitern der geplanten Genossenschaft, denn er konnte, oder wollte sich leider nicht gegenüber seinem Bruder durchsetzen.

In eigener Sache:
Nach zwei erfolglosen Unterlassungsbegehren der Brüder Wallner an meine Person gerichtet, die das Ziel hatten, die Wahrheit über die eigentlichen Ursachen des Scheiterns des Projektes zu unterdrücken, wird es im Falle eines erneuten Versuches die Offenlegung der Wahrheit und die Meinungsfreiheit per Unterlassungsbegehren zu beschneiden, definitiv eine Auseinandersetzung und eine Klärung vor Gericht geben.

Eine neue Chance für eine Gemeinschaft im Park ist da:
Was wäre nun zu tun, um einen Neustart für den Park als lokales Paradies für eine neu zu gründende Gemeinschaft in Gang zu bringen?

Die Gründung einer lokalen Genossenschaft und einer Stiftung, ähnlich dem Modell der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof e.G., ist auch für den Schlosspark in Alt Rehse ein gangbarer und realistischer Weg. Ein „Wir-Prozess“ unterstützt durch das Beratungsteam der Tempelhof Gemeinschaft wäre ein Anfang und wurde durch Gabriele Wahl-Multerer auch schon angeschoben.

Gabriele formulierte ihre Erfahrungen des letzten Jahres in einer Mail an mich vor kurzem folgendermaßen: „Ich bin, was die Gemeinschaftsfähigkeit von Menschen betrifft, nach diesem Jahr intensiver Erfahrungen desillusioniert. Es gibt den treffenden Spruch „Wir sitzen alle in einem Boot – die einen auf dem Sonnendeck, die anderen rudern.“ Ich habe definitiv keine Lust mehr, für andere die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Leute, die auf einen Guru warten, dem sie folgen dürfen, und sich weder mit Eigenverantwortung noch mit Eigeninitiative belasten wollen, meide ich.“

Können und wollen wir Gabriele beweisen, dass es diese Menschen gibt, die sich mit Eigeninitiative und Eigenverantwortung für den Neustart einer Gemeinschaft in Alt Rehse einsetzen und auch in der Lage sind, die finanziellen Mittel aufzubringen?

Ihr seid herzlich willkommen mitzuwirken an einem Projekt, das die Fehler des ersten Versuches nicht wiederholen will und wird und statt dessen im Geiste von Selbstverantwortung und Transparenz Gestalt annehmen soll.

Ein langjähriger Bewohner des Tollense Lebensparks hat sich bereit erklärt, ernsthafte Anfragen zu beantworten und die ersten Schritte zu koordinieren.
Anfragen per eMail bitte an: tollense@sein.de

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